Endlose Straßen

Endlose Straßen war eines der Lieblingslieder der Kölner Edelweißpiraten. Geschrieben wurde es von Max Stahl aus Hückeswagen. 

Bei einer Gedenkstunde der Gertrud Koch Gesamtschule in Troisdorf zum 5. Todestag der Edelweißpiratin Gertrud Koch am Edelweißpiratenmahnmal in Köln-Ehrenfeld wurde es von  Ranselmann jun neu interpretiert:


NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln (mit freundlicher Genehmigung)

Der Autor des Liedes Max Stahl wurde am 7. März 1922 geboren. Bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Jahr 1942 hatte er sich bereits fest etabliert im Kreis der unangepasste Jugendlichen im Bergischen Kreis. Bereits mit 13 Jahren war er aus „Großfahrt“ in Altenahr gewesen. Daher war es logisch, dass seine Lieder das Lebensgefühl der „Piraten“ widerspiegelten.


Den Einschnitt zur Einberufung kommentierte er wehmütig:
Vorbei Zelt und Lagerfahrt, vorbei die schönen Fahrten bei Sonne, Regen, Sturm und Schnee, wohl für immer vorbei für mich die Freiheit die wilde Romantik und das Erleben auf der Landstraße, der wir auf ewig verfallen sind.‘ – aber: ‚Nie ging die Sonne uns unter!‘ Lebt wohl, ihr Vagabunden der Straßen und Gassen, lebt wohl, ihr stillen Täler und Wälder. ‚Servus!‘ Kameraden! ‚Servus!‘ Graue Straße!
Nach dem Krieg stand er dem Nerother Wandervogel nahe. In der Nazizeit hatte sich dieser Bund aus Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedern aufgelöst. Dies verhinderte nicht, dass sein Gründer Oelbermann und viele andere Mitglieder verhaftet, gefoltert und im KZ getötet wurden.
Nach dem Krieg nahm der Nerother Bund seine Arbeit wieder auf. Beständig gab es Kritik an seiner autoritären Ausrichtung. https://de.wikipedia.org/wiki/Nerother_Wandervogel
Max Stahl  verstarb 1996.
 

Endlose Straßen
Endlose Straßen, gleißende Bahnen,
ziehen geheimnisvoll leuchtend ihr Band,
raunen und flüstern, bringen ein Ahnen,
künden von Ferne, Welten und Land.
Straßen, sie rufen, erfüll’n unser Sehnen,
treiben uns leuchtenden Fernen zu.
Ruhloses Blut, was nützen da Tränen,
’s treibt uns hinaus ohne Rast, ohne Ruh.
Jahre um Jahre auf endlosen Pfaden
treibt uns das Schicksal, das Fernweh umher.
Mancher stirbt einsam an fremden Gestaden,
wir ziehen weiter, ein ruhloses Heer.
Wir sind Piraten der Straßen und Gassen,
lassen uns treiben, wohin es uns weht.
Wenn uns dann einstmals die Sterne verblassen,
sagen wir leise der Landstraß’ Valet.

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